Golfpark Tawern/Fellerich: Argumente


Wohnen am Golf - Ausverkauf der Landschaft
Sterben eines Naherholungsgebietes


GOLF bedeutet ZUKUNFT INVESTIEREN statt INTRIGIEREN


Hinweis

Im Folgenden werden Sie viele Argumente für das erste Plakat und so gut wie keine für die beiden anderen lesen.
Falls es Ihnen, anders als uns, gelungen sein sollte, Argumente für die beiden „schwarzen“ Plakate zu finden, schicken Sie uns diese bitte mit einer Mail.



Planung - Wohnbebauung rot


Lupenreines Renditeobjekt

Der Projektanteil von derzeit 400 Wohneinheiten ist nicht etwa deshalb entstanden, weil viele Familien der drei Ortsgemeinden Temmels, Tawern und Fellerich Bauland nachgefragt hätten und diese Nachfrage nicht innerhalb der Orte befriedigt werden konnte.
Vielmehr war das gesamte Projekt von Anfang an als touristisches Großprojekt eines Investors geplant; der Wohnanteil sah deshalb anfänglich auch Ferienwohnungen vor. Der erste raumordnerische Entscheid der Oberen Landesplanungsbeörde SGD Nord vom Dezember 2003 forderte deshalb auch, dass „eine Dauernutzung zu Wohnzwecken auszuschließen und sicherzustellen, dass überwiegend eine Nuzung durch einen wechselnden Personenkreis (Feriengäste) erfolgt.
Der jetzige Investor hofft durch die Umwidmung in Dauerwohnungen seine Rendite zu steigern, wobei ihn die SGD Nord durch die Änderung des Raumordnungsbescheids kräftig unterstützt: privates Interesse geht offensichtlich vor öffentlichem Interesse. Mit der Nähe zu Luxemburg und mit einer Luxusbebauung schielt der Investor auf eine zahlungskräftige Kundschaft, die mit dem Wohnungskauf eine - zumindest inaktive - Mitgliedschaft im Golfclub unterschreiben muss.



Rechtliche Bedenken

Bei dem auf der vorherigen Internetseite beschriebenen Ortstermin von Bündnis90/Die Grünen trug der frei arbeitende Landschaftplaner Andreas Hartenfels die rechtlichen Bedenken vor, die aus dem Bundesrecht Baugesetzbuch (BauGB) und aus dem Landesrecht (Landesentwicklungsprogramm LEP IV) resultieren. Er stufte die vorgesehene Bebauung sogar als rechtswidrig ein.
Das BauGB regelt in § 35 das Bauen im Außenbereich. Grundsätzlich handelt es sich bei der geplanten Wohnbebauung mit 27-Loch-Golfplatz nicht um ein sogenanntes privilegiertes Vorhaben, wie es z.B. ein Aussiedlerhof oder ein Windpark wäre.
Es handelt sich vielmehr um ein sonstiges Vorhaben. Bei dieser Einordnung ist es z.B. selbst für einen Imker fast unmöglich, für einen kleinen Schuppen, in dem er seine Gerätschaften unterbringen möchte, eine Baugenehmigung zu erhalten.
Die von der Planungsgemeinschaft der drei Orte vorzulegende Bauleitplanung wird ein Mischgebiet ausweisen, das sich, wie in der vorigen Abbildung zu sehen, mäanderartig in Bändern über die Höhen zieht. Damit beeinträchtigt sie öffentliche Belange, zu denen das BauGB auch Darstellungen in Landschaftsplänen und Plänen wie dem Landesentwicklungsprogramm Rheinland-Pfalz (LEP IV) zählt.
Derartige bandartige Bebauungsstrukturen und andere Merkmale der Bebauung widersprechen dem LEP IV.
Hier seien folgende Ziele des LEP IV zitiert:

  • Z 55: Die Ausweisung neuer Bauflächen hat auschließlich in räumlicher und funktionaler Anbindung an bereits bestehende Siedlungsräume zu erfolgen
  • Z 56: Eine ungegliedert, insbesondere bandartige Siedlungsentwicklung ist zu vermeiden
  • Z 63: See- und Flussufer sind grundsätzlich von der Bebauung freizuhalten, ebenso wie landschaftlich wertvolle Hänge und hangnahe Höhenlagen.



Ackerflächen


Zerstörung landwirtschaftlicher Flächen

Durch die Wohnanlage mit Golfplatz wird fast die gesamte Fläche von 197 ha versiegelt bzw. zu einem Golfplatz umgebaut, der Golfplatzanteil soll mit Clubhaus, Hotel, Lagerflächen usw. eine Fläche von 136 ha umfassen. Lediglich die vohandene Busch- und Heckentruktur soll im Golfplatzbereich erhalten bleiben.
Die jetzigen Ackerflächen gehen der landwirtschafltichen Nutzung für immer verloren. Ein Rückbau wird kaum mehr möglich sein. (Anmerkung: Bisher hat es unseres Wissens noch keinen „Golfplatz-Vertrag“ gegeben, in dem bei der Insolvenz des Golfplatzbetreibers ein Rückbau gefordert worden ist.)
Zu diesem Argument passt auch die Pressemeldung von Ende August 2007, die von einem erheblich gestiegenen Getreidepreis berichtet. Der Grund sei neben den geringeren Hektar-Erträgen eine Verminderung der Anbauflächen.



Golfplatz-Bewässerung

Zugegeben: Es gibt seriöse Untersuchungen zur Ökologie von Golfplätzen, die bescheinigen, dass diese besser als ihr Ruf sind. Zudem mögen sie durchaus eine Nutzungsalternative zu intensiv genutzten Ackerflächen darstellen.
Unbestritten jedoch ist ein Pferdefuß: der hohe Wasserverbrauch. Der Wasserverbrauch für einen 18-Loch-Platz in Mitteleuropa, der während der Sommermonate einschließlich der Spielbahnen gewässert werden muss, liegt typischerweise bei etwa 35.000 m³.
Das Konzept sieht zwar Wassersammelbecken vor, die jedoch für die notwendige Beregnung nicht ausreichen. Es sind vier Tiefbrunnen geplant; erste Probebohrungen bis ca. 70 m Tiefe förderten jedoch nicht genug Tiefenwasser zutage. So wird bereits überlegt, Wasser von der Mosel hochzupumpen! Das Abwasser der Wohnungen nach einer Klärung zu nutzen, fehlt bisher in den Planungen.



Verkehr

Von der Landesregierung werden öffentliche Folgekosten aus dem Golfpark-Projekt immer bestritten. Gerade beim Verkehr sind diese, neben den Kosten für eine Flurbereinigung, offensichtlich. Ohne einen Ausbau der L 136 für den hauptsächlich von und nach Luxemburg fließenden Verkehr wird sich das Projekt nicht sinnvoll realisieren lassen. Der tägliche Verkehr wird durch die Bewohner der 400 Wohneinheiten von/nach Temmels enorm zunehmen. Hinzu kommt der Verkehr durch die golfspielenden Gäste, von den Turniertagen ganz zu schweigen.
Hier zwingen private Investitionen und der private Spieltrieb den öffentlichen Haushalten Kosten auf!



Betreten Verboten


Freier Zugang - Fehlanzeige

Bei jeder Ortsbegehung wurde bisher auf die Frage nach dem weiterhin freien Zugang für Wanderer und Naherholungssuchende zugesichert, dass der Golfplatz keinesfalls eingezäunt würde.
Das mag so sein: jedoch werden die Spielbahnen und Greens für Nichtmiglieder schon aus Versicherungsgründen nicht betretbar sein. Obige Abbildung erinnert durchaus an Verbotsschilder an Militärgeländen, es fehlt nur der Schusswaffengebrauch.
Und ob am Ende, wie im raumordnerischen Entscheid der SGD Nord gefordert, ...die Kuppellage Rölerhöcht öffentlich zugänglich bleibt, ist fraglich, bis die Detailplanung vorliegt.



Nein zum Golfplatz - hier wie anderswo

Trotz aller Unterschiede in der Projektkonzeption, im Standort usw.: viele Golfplatz-Vorhaben und die Diskussionen um Für und Wider gleichen sich doch.
Auch in St. Peter im Schwarzwald wurde über einen Golfplatzbau diskutiert, den Verlauf können Sie hier verfolgen.
Am Ende stand ein NEIN, auch wegen dem Widerstand einiger Bauern.
In dem Diskussionsforum St. Peter werden auch weitere Golfplatzbauvorhaben vorgestellt und eine Studie zitiert, die sich auch mit der Sozialverträglichkeit solcher Anlagen beschäftigt. Zusammenfassungen und Auszüge finden Sie hier.