Wandern in der Kollesleukener Schweiz


Wanderbeschreibung zum Ausdrucken (PDF)

Stichwege von und zur Herrenmühle (Ausgangpunkt)

Karte der Kollesleukener Schweiz

Abbildung 2


Bester Ausgangspunkt ist die Herrenmühle, wo es Parkgelegenheiten gibt. Man kann von hier aus zwar größere Rundwanderungen unternehmen. Um die interessantesten Felsbildungen auf möglichst kurzem Wege zu sehen, bieten sich allerdings zwei bis drei Stichwege (hin und zurück) an.



Auf der Kartenskizze markieren die grünen Flächen die mehr oder weniger steilen, bewaldeten Hänge des Leukbachtales. Wie man sieht, ist dieses oberhalb der Herrenmühle ziemlich eng. Dort führt ein befestigter Wanderweg (gelb) unmittelbar am Bach bzw. an einem Mühlgraben entlang (Abb. 3). Er ist wegen seiner geringen Steigung auch für Radtouren geeignet.

Wander-/Fahrradweg am Bach
Abbildung 3

Unmittelbar bei der Mühle, genauer gesagt in deren Garten, ragt ein erster kleiner Felsturm (Kartenpunkt 5) auf. Ein paar Schritte talaufwärts erreicht man die interessanteste Felsbildung, nämlich einen Tischfelsen (Kartenpunkt 6, Abb. 4).

Tischfelsen
Abbildung 4

Weiter talaufwärts gibt es am Hang immer wieder hohe Felswände, die meist etwas überhängen (Kartenpunkt 8, Abb. 5).

Überhängende Felsen
Abbildung 5

Ein weiterer Höhepunkt ist ein kleines Seitental (Kartenpunkt 9). Der kleine Ewigbach hat dort in eine harte Sandsteinpartie eine enge Kerbe eingeschnitten, eine wahre Höllenschlucht (Abb. 6). Hier wird einem bewusst, welche enorme Arbeit fließendes Wasser in Jahrmillionen leisten kann. Zunächst grub der Bach eine V-förmige Schlucht, in die von den Seitenwänden gewaltige Felsbrocken hineinstürzten. Zwischen diesen stürzt der der Bach in einem Wasserfall herab. An diesen führt etwas beschwerlicher Pfad (Rutschgefahr) heran.

V-förmige Schlucht und Bachlauf
Abbildung 6

Ein kurzer Abstecher, zunächst über einen asphaltierten Wirtschaftsweg und dann ein kurzes Stück querfeldein über eine Böschung und auf Steinblöcken über einen Bach führt zum Punkt 7, wo der mäandrierende Bachlauf gegen eine Felswand gerichtet ist und dort Jahrtausende lang am Fuß der Felswand „genagt“ hat, so dass diese weit überhängt (Abb. 7).

Bachlauf und Felswand
Abbildung 7

Gelegentlich brechen dort gewaltige Steinblöcke ab und stürzen herunter (Abb.8). Man kann nur hoffen, dass ein solch seltenes Ereignis oder gar das Umstürzen der gesamten Felswand nicht gerade geschieht, wenn sich dort jemand aufhält.

Abgebrochener Steinblock
Abbildung 8

Unterhalb Kollesleuken weitet sich das Tal, und die Felsbildungen liegen mehr versteckt an den oberen Hangpartien im Wald. Am lohendsten ist eine Wanderung auf der rechten Talseite. Bei Punkt 4 erreicht man eine tiefe Talkerbe in weicherem Gestein, in der mit starkem Gefälle ein kleiner Bach hinabfließt. Entlang dem weiteren Weg (Punkt 3) sieht man Felsen mit üppigem Moos- und Flechtenbewuchs (Abb. 9).

Bemooster Felsblock
Abbildung 9

An senkrechten Wänden ist die interessante Erscheinung der Wabenverwitterung (Abb. 10) zu sehen, die für Sandstein charakteristisch ist und deren Entstehung mit Feuchtigkeit zusammenhängt, aber nicht mit wenigen Worten zu erklären ist. Bei Punkt 2 gibt es nochmals imposante Felstürme.

Wabenverwitterung des Sandsteins
Abbildung 10



Man kann den gleichen Weg wieder zurückgehen, was am bequemsten ist. Wer mit Gummistiefeln ausgerüstet ist, kann Richtung Punkt 1 weiterwandern, wo eine Brücke bei Hochwasser teilweise weggerissen wurde, weshalb man den Bach auf einer danebenliegenden Furt durchqueren muss. Auf der kleinen Landstraße, die von Trassem kommt, kann man nach Kollesleuken zurückwandern (Vorsicht! Gelegentlicher Autoverkehr). Ein weiterer Rückweg führt über einen kaum mehr erkennbaren Weg (gestrichelte gelbe Linie) durch Wiesen.

Wer sich weiter über das Gestein informieren möchte und Internet-Anschluss hat, dem sei das Internet-Lexikon Wikipedia empfohlen. Leichter verständliche Informationen findet man unter dem Stichwort Sandstein, wissenschaftlich anspruchvollere unter dem Stichwort Buntsandstein.

Text, Graphik und Fotos: Dr. Hans Reichert