Umdenken im Gange?



Dass auch bei uns Kommunalpolitiker sich zu fragen beginnen, ob Dörfer angesichts rückläufiger Geburtenzahlen ständig neue Baugebiete ausweisen müssen, zeigen die folgenden Auszüge aus einem Bericht in der in Hermeskeil erscheinenden lokalen Wochenzeitung "Rund um Hermeskeil" Nr. 17/2003 vom 24. April 2003.


Kontroverse Baugebietsdiskussion in Grimburg

...Die Frage, ob die Bebauungsplanung für das neue Baugebiet "Im Fusten" im Bereich des Bürgerhauses in Angriff genommen werden soll, löste kontroverse Diskussionen aus. Anhand einer Overheadfolie erläuterte Ortsbürgermeister Wahlen die Baulandreserven in der Ortslage und wies ergänzend darauf hin, dass für Bauinteressenten verschiedene Möglichkeiten bestehen, innerhalb der Ortslage ein Baugrundstück zu erwerben und zu bebauen. Angesichts der Haushaltslage und der fehlenden Nachfrage plädierte er dafür, derzeit von konkreten Planungen für ein Neubaugebiet abzusehen... ...Bürgermeister Hülpes* sprach sich dafür aus, dass sich die Gemeinden - auch angesichts des sich abzeichnenden allgemeinen Bevölkerungsrückgangs - mit der Einhaltung und Fortentwicklung der Dorfkerne beschäftigen sollten. Das Bauen im Innenbereich sollte durch günstige Baulandpreise und höhere Zuschüsse attraktiv gemacht werden. Da sich der Ortsgemeinderat nicht auf eine einvernehmliche Lösung einigen konnte, sprach der Rat sich letztlich mehrheitlich dafür aus, die Planungen für ein neues Baugebiet zurückzustellen...

*Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hermeskeil

Unser Kommentar:
Es ist zu hoffen, dass die hier gezeigte Vernunft und Weitsicht auch andere zum Nachdenken bringt. Ganz generell wird der Flächenverbrauch erst dadurch eingeschränkt werden können, wenn die gesamte Bauwirtschaft mehr und mehr für die Erhaltung, Sanierung und Erneuerung eingesetzt wird. Da gibt heute und in aller Zukunft genug zu tun, wie z. B. die maroden Straßen der Stadt Trier zeigen.