„Büffel“ im Mattheiser Wald



Eine gelungene Aktion, über die im September 2005 in der Trierer Rathaus-Zeitung und im Trierischen Volksfreund berichtet wurde. Vor den vielleicht noch kommenden Büffeln aus Fleich und Blut war erst mal ein stählerner im Einsatz.


Der „Büffel“ bahnt sich seinen Weg durch den Mattheiser Wald

Mit quietschenden Ketten und röhrendem Motor donnert ein Panzer durch das Naturschutzgebiet Mattheiser Wald. Dünne Laubbäume, die im Weg des 54 Tonnen schweren Riesen stehen, knicken um wie Streichhölzer. Der Bergepanzer Büffel gehört der Wehrtechnischen Dienststelle der Bundeswehr in Trier. Erprobungskraftfahrer Erwin Kempscher und sein Kollege Hans-Günter Laukart steuern das acht Meter lange und fast vier Meter breite Stahlgefährt auf Anweisung von Revierförster Matthias Coulon durch den Wald. Zurück bleibt eine Schneise aus platt gewalztem Lehmboden. Was wie Naturzerstörung aussieht, dient in Wirklichkeit ihrem Schutz. Mit der spektakulären Aktion will das Bundesforstamt gemeinsam mit der Liegenschafts- und Baubetreuung des Landes, der städtischen Naturschutzbehörde und dem Förderverein Mattheiser Wald seltene Amphibien wie Gelbbauchunke, Kammmolch, Erdkröte oder Teichmolch im Naturschutzgebiet Mattheiser Wald erhalten.
„Durch den Panzereinsatz verdichtet sich der Boden und wird wasserundurchlässig, so können neue Tümpel und Pfützen für die Amphibien entstehen“ erklärt Matthias Schneider, Einsatzleiter vom Bundesforstamt in Baumholder.

Nasse Bodenfurchen beliebt

Bis 1999 sorgte das französische Militär auf dem Übungsgelände Mattheiser Wald mit regelmäßigen Manövern „wohl unbeabsichtigt “ dafür, dass die Kleinamphibien ihre Laiche in den vollgeregneten Bodenfurchen ablegen konnten. Solche Lebensräume, die erst durch menschliches Eingreifen in die Natur entstehen, nennt man anthropogene Sekundärbiotope. Die Biotope und mit ihnen ihre Bewohner drohten nach Abzug des Militärs zu verschwinden, da sich der Boden lockerte, die Wasserstellen versiegten und das Gelände zuwucherte. Der Förderverein Mattheiser Wald, dessen Vorsitzende Gisela Schmidt extra eine Kartierung des Geländes aus eigener Tasche bezahlt hatte, machte das Bundesforstamt auf die artenreiche Fauna und Flora des Gebietes aufmerksam.
Neben dem Panzereinsatz soll in den nächsten Wochen eine Abschleppplatte, die hinter einem Traktor hergezogen wird, das Gelände mulchen und von kleineren Büschen befreien. Auch die Schafherden, die zweimal pro Jahr durch den Mattheiser Wald ziehen, tragen zur Erhaltung des natürlichen Lebensraums bei. „Wir werden bald sehen, ob die Aktion erfolgreich war und die kleinen Unken, Kröten und Molche wieder genügend Wasserstellen zum Laichen finden“, so Udo Ammel von der Naturschutzbehörde des städtischen Bauverwaltungsamts.