Erhaltung traditioneller Bauerngärten sowie alter Nutz- und Zierpflanzen

Bundesweite Notwendigkeit, Ergebnisse aus dem Beispielraum Wachtberg bei Bonn, Möglichkeiten der Erhaltung und Förderung u. a. im Rahmen der Lokalen Agenda 21


Zusammenfassung des Artikels von Wolfgang Schulte & Olaf Denz
aus Natur und Landschaft 7-2002


Für die Bestandsaufnahme und die Erhaltung von natur- und kulturschutzrelevanten Lebensräumen und Arten besteht in Deutschland ein Gesetzesauftrag. Darüber hinaus bestehen durch die Konvention über die biologische Vielfalt sowie durch die Kommission für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen internationale Verpflichtungen zu deren Schutz, Erhaltung und nachhaltigen Nutzung. Ziel dieser Untersuchung ist es daher, beispielhaft das aktuelle Vorkommen und die Ausstattung von Bauerngärten in einem stadtnahen ländlichen Raum zu dokumentieren. Im Beispielraum Wachtberg bei Bonn (in Nordrhein-Westfalen) wurden in einem Gebiet von ungefähr 50 km2 mit 16 Ortschaften alle Gärten vermerkt, die die Kriterien eines Bauerngartens erfüllen. Von einem repräsentativen Teil besonders typischer Bauerngärten wurde das Inventar an Nutz- und Zierpflanzen aufgenommen und u. a. in Form einer Liste ausgewählter, vor etwa 1900 gebräuchlicher Zierstauden, Heil- und Gewürzpflanzen sowie Ziergehölze im Beitrag publiziert.Die gesamte Liste inklusive der Salat-, Gemüse- und anderen Speisepflanzen, der Obstgehölze/Nussbäume und des Beerenobstes ist im Internet unter http://www.bfn.de (siehe unter: > Arbeitsschwerpunkte > Naturschutz in Stadt und Dorf) verfügbar. Bei den Untersuchungen ist deutlich geworden, dass die Bauerngärten u. a. infolge eines starken Strukturwandels im ländlichen Raum, wegen neuer, moderner Versorgungstechniken (Mobilität, Supermärkte u. a. m.) und wegen des Generationswechsels insbesondere in den letzten Jahrzehnten in zunehmendem Maße und gebietsweise sogar dramatisch zurückgegangen sind. Nur noch Fragmente und letzte Reste alter, reichhaltiger und traditionell bewirtschafteter Bauerngärten sind im Beispielraum vorhanden. Gewachsene Bauerngärten, alte Haus- und Feldgärten sind ebenso wie alte Obstwiesen wegen der darin kultivierten und geduldeten Arten, insbesondere wegen der zum Teil jahrhundertealten Nutz- und Zierpflanzen ein Teil unseres kulturellen und natürlichen Erbes. Sie bilden daher einen biologisch-genetischen Fundus und bereichern die biologische Vielfalt in Städten und Dörfern. Ihre bundesweite Bestandsaufnahme, Erhaltung, Förderung und die nachhaltige Nutzung traditioneller Gärten sind ein Beitrag zum Natur- und Umweltschutz im besiedelten Bereich. Es liegt daher nahe, sich ihrer u. a. bei der Lokalen Agenda 21 und bei der Dorferneuerung intensiv anzunehmen.


Zusammenfassung des Artikels aus Natur und Landschaft 7-2002