Mattheiser Wald





Lage und Geschichte

Der Mattheiser Wald ist ein großes Waldgebiet im Süden der Stadt Trier und grenzt an die Stadtteile Feyen, Mariahof und Kernscheid. Zum Ende des Mittelalters befand sich das Waldgebiet in der Grundherrschaft der Abtei St. Eucharius - St. Matthias. Nachdem die Abtei durch französische Revolutionstruppen aufgelöst und der Besitz verkauft wurde, wurde der Wald über mehrere Jahrzehnte immer wieder als Militärübungsplatz genutzt, zuletzt durch das französiche Militär, das in den 50er Jahren 324 ha im Bereich des Mattheiser Waldes von requirierte.


Besonderheiten, Biotop- und Artenvielfalt

Die Überreste der militärischen Nutzung sind nach wie vor in Form von Schießstellen, Übungsparcouren und Panzerstraßen sichtbar. Durch diese Nutzung bildeten sich einerseits vegetationsarme Flächen heraus, andererseits entstanden in tiefen Fahrspuren kleine Tümpel, wo heute zum Beispiel die Gelbbauchunken laichen. Aber der Wald ist nicht nur durch künstlich erschaffene Biotope interessant. Er bietet artenreiche Waldränder, altholzreiche Mischwälder sowie Stillgewässer. Er wird von dem Aulbach mit seinen Feuchtwiesen und dem Pfahlweiher durchflossen und beherbergt seltene Pflanzenarten und Tiere wie Gelbbauchunke, Kammmolch, Fledermäuse und den Schwalbenschwanz.


Wenn der Wald nicht geschützt wird...

Nach der Aufgabe der militärischen Nutzung und Freigabe der Liegenschaft ist nun die vielfältige Fauna und Flora des Mattheiser Waldes gefährdet. Problematisch sind die Folgen von ungelenkten Besucher- und Wanderströmen, sowie von Vandalismus, Müllablagerungen und Verunreinigungen von Gewässern. Weitere Schwierigkeiten entstehen durch Überplanungen und mögliche zukünftige Baumaßnahmen, aber auch durch eine intensive forstwirtschaftliche Nutzung. Deshalb war die sinnvolle Planung eines Naturschutzgebietes zum Zweck des Arten- und Biotopenschutzes mit Naherholungscharakter erforderlich.


Schritt für Schritt zum Naturschutzgebiet

Im Jahre 2001 wurde von der SGD-Nord für die Ausweisung des Waldes zum Naturschutzgebiet eine mündliche Zusage gegeben. Im Oktober 2002 kam die schriftliche Bestätigung, dass sie "beabsichtige, den Bereich des ehemaligen frz. Truppenübungsplatz im Mattheiser Wald förmlich als Naturschutzgebiet auszuweisen". Demnach sollte das geschützte Gebiet ca. 501 ha umfassen, wobei die Grenze Richtung Süden weiter ausgedehnt wurde als anfangs erwartet wurde.
Im August 2003 wurde dann von der Stadt Trier und dem Bundesland Rheinland-Pfalz (SGD Nord) der Mattheiser Wald mit 447 Hektar Fläche unter Naturschutz gestellt.


Zukünftige Probleme und Aufgaben

Dennoch ist man in der derzeitigen Planung dem Schutzzweck noch nicht vollständig gerecht geworden. So zum Beispiel wird ein von der Stadt geplanter Handwerkerpark als äußerst kritisch gesehen und wäre an anderer Stelle bestimmt besser aufgehoben. So könnten z.B. die freigewordene Jägerkaserne oder die spätestens 2010 geräumte GVS-Kaserne hierfür in die Planung einbezogen werden. Es ist nicht auszuschließen, dass der Handwerkerpark, wenn er erst mal da ist, Fledermaus und Gelbbauchhabitate in der direkten Umgebung gefährdet und zerstört. Aus unserer Sicht würde sich der Bereich des Hochplateaus stattdessen für die funktionale Integration eines Sozial- und Umweltzentrums mit Naherholungscharakter besser eignen.

Aber auch in anderen Bereichen muss noch viel getan werden. So ist u. a. ein Pflegeplan wichtig, bei dessen Aufstellung sich die Naturschutzverbände aufgrund der Detailkenntnisse des Geländes einbringen werden.Um die Lebensräume z.B. für die Gelbbauchunke oder den Kammmolch zu erhalten, müssten auch entsprechende Pflegemaßnahmen ergriffen werden. Diese könnten mit dem "Naturschutzzentrum Mattheiser Wald" und dem Forst zusammen durchgeführt werden. Wegweiser wurden aufgestellt, um Wanderer und Spaziergänger vorbei an Rückzugsräumen von Pflanzen und Tieren zu lenken. So können landschaftlich herausragende Flächen schneller gefunden und bewundert werden.


Fazit

Trotz allem ist es jedoch ein großer Erfolg für die Naturschutzverbände, der uns unterstützenden engagierten Personen und natürlich für die Natur des Waldes, dass die Ausweisung zum NSG geschehen ist.