Perfeist bei Wasserliesch

 

Naturschutzgebiet seit 4. August 1986

Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 22 ha. Schutzzweck ist die Erhaltung artenreicher, wärmeliebender Halbtrockenrasen- und Kalkbuchenwald-Gesellschaften im Mosel-Saar-Gau mit ihren gehölzreichen offenlandbestimmten Übergangsbereichen als Entwicklungs- und Rückzugsgebiet seltener, in ihrem Bestand bedrohter Tier- und Pflanzenarten, insbesondere von evolutionsgeschichtlich hochentwickelten Insekten und Orchideen sowie Enzianen und deren Begleitarten.

Lage des NSG Perfeist:

 

Die Pflanzengesellschaften der KaIk-Halbtrockenrasen sind weitestgehend aus Wäldern hervorgegangen und durch anthropogene Beeinflussung entstanden. Durch Offenhaltung des Geländes durch Beweidung (bzw. extensive Mähwiesen) konnte sich die Pflanzengesellschaft herausbilden und erhalten. Nach Beendung der extensiven Bewirtschaftung würde sich die Fläche über ein Gebüschstadium langsam wieder zum Wald zurückentwickeln.

Historie des Naturschutzgebietes und der Umgebung:

In der Chronik von Wasserliesch gibt es verschiedene Hinweise auf die Historie des Gebietes. In den Randbereichen (Waldbereichen) lassen sich alte Mauerreste erkennen, über deren Ursprung sich verschiedentlich diskutieren lässt. Einerseits könnten diese Reste auf das ,,Alte Lager", wie die Fläche z.T. auch genannt wird, sog. Römerlager - 3. Jhd. nach Chr. erbaut - zurückgehen, andererseits könnte es sich um einen alten Posten handeln, der auf den Zuwegungen nach Konz/Trier lag. Weiterhin wird dieses Lager mit den Burgherren von Reinig in Verbindung gebracht (Hinweis auch unterirdische Gräben als mögliche Zugänge zur Burg).

Pflanzengesellschaft:

KaIk-Halbtrockenrasen oder Mesobrometum erecti mit einer Vielzahl von Orchideen- und Enzianarten, aber auch Arten wie:

Wiesensalbei, Thymian, Teufelskralle, Kreuzblümchen, stengellose Kratzdiestel, Mannstreu, Silberdistel, Esparsette, Skarbiose, Wundklee, Hornklee, Brunelle und an Gräsern: Trespe, Fiederzwenke und Zittergras.

Probleme zum Erhalt:

Die Entwicklung des Gebietes ohne Pflege würde nach einem Stadium mit Gebüschen in einen Wald übergehen. Somit können wir diese Naturvielfalt nur erhalten, indem wir als Mensch in dieses System eingreifen und es extensiv pflegen. D.h. es muss von Sträuchern freigehalten werden und vor Eutrophierung durch abgestorbenes Pflanzenmaterial geschützt werden. Einerseits kann dies durch Beweidung erfolgen, anderseits durch Mahd und Abtransport des Mähgutes.

Zu erwartende Orchideen in der Blüte im Mai

Zweiblatt Listera ovata
Hundswurz, Pyramidenwurz Anacamptis pyramidalis
Kukucksknabenkraut Orchis mascula
Affenorchis Orchis simia
Hummelragswurz Ophrys holoserica
Bleiches Knabenkraut Orchis pallens
Helmknabenkraut Orchis militaris
Waldvögelein Cephalanthera damasonium
Spinnenragwurz Ophrys sphegodes
Kleine Spinnenragwurz Ophrys araneola
Puppenragwurz, Fratzenorchis Aceras anthropophorum
Fliegenragwurz Ophrys insectifera
Riemenzunge Himantoglossum hircinum
Purpurknabenkraut Orchis purpurea
Waldhyazinthe Platanthera chlorantha
weiterhin:
Bienenragwurz Ophrys apifera
Halonderknabenkraut Orchis sambuciria
an anderen Pflanzenarten:
Türkenbund Lilium martagon
Enzianarten u.a. Gentiana lutea, Gentiana ciliata

Auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz sind alle NSGs der Region beschrieben sowie deren Lage auf dem Kartenausschnitt verzeichnet.